Ringelnatz Zitate: Wilde Sprüche und kostbare Weisheiten von Joachim Ringelnatz

Der deutsche Kabarettist, Maler und Dichter Ringelnatz ist ein moderner Schriftsteller vergangener Zeiten. Seine Lyrik ist voller Komik, kindlicher Freude und kluger Skepsis. Seine Sprache ist schlicht, konkret, bildhaft, ausdrucksstark und dabei so liebevoll.

Joachim Ringelnatz hat viel geschrieben und gelebt, er hat uns viele Verse und Sprüche hinterlassen, die man in verschiedenen Situationen zitieren kann. Besonders seine humoristischen Werke und die Kunstfigur Kuttel Daddeldu haben Deutschland seinerzeit geprägt.

Zwar ist der Dichter eher als Lyriker denn als Sprücheklopfer berühmt geworden, dennoch sind Auszüge aus seinen Werken beeindruckende Kommentare, die nichts an Aktualität verloren haben.

Biographischer Hintergrund von Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz war ein Weltenbummler, ein Abenteurer und Eroberer. Der echte Freigeist Hans Gustav Bötticher wurde 1883 als Sohn von Künstlern in Wurzen bei Leipzig geboren. Unter dem Druck des Akademiker-Vaters und den Hänseleien über sein Aussehen flüchtete er ab 1901 für acht Jahre auf See und wanderte eigenwillig durch die Welt.

Diese Erfahrungen ließ er Zeit seines Lebens in seine Geschichten, Gedichte und Karikaturen einfließen. Ringelnatz beäugte die Gesellschaft, verhielt sich dennoch immer recht unpolitisch. Dennoch wurden 1933 auch seine Werke bei der Bücherverbrennung von den Nazis vernichtet und er erhielt Auftrittsverbot.

Der Sprachakrobat und verspielte Künstler durch und durch starb 1934 in Berlin an Tuberkulose.

Berühmte Auszüge aus seinen Gedichten

  • Ich habe dich so lieb, ich würde dir ohne Bedenken, eine Kachel aus meinem Ofen schenken.
  • In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Amerika reisen. Bei Altona auf der Chaussee da taten ihnen die Beine weh, und da verzichteten sie weise dann auf den letzten Teil der Reise.
  • Die Badewanne prahlte sehr. Sie hielt sich für das Mittelmeer und ihre eine Seitenwand für Helgoländer Küstenland.
  • Überall ist Ewigkeit. Wenn du einen Schneck behauchst, schrumpft er ins Gehäuse, wenn du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse.
  • Ein Rauch verweht, ein Wasser verrinnt, eine Zeit vergeht, eine neue beginnt.

Kecke Sprüche und Lebensweisheiten des Ringelnatz

  • Auch die größten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras.
  • Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren zum Verwechseln ähnlich.
  • Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind jene, aus denen man trinkt.
  • Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.
  • Sicher ist, das nichts sicher ist. Selbst das nicht.
  • Wenn alle Stricke reissen, dann hänge ich mich auf!
  • Die Leute sagen immer: Die Zeiten werden schlimmer. Die Zeiten bleiben immer. Die Leute werden schlimmer.
  • Schenke mit Geist, ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist.
  • Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.
  • Um neue Freunde zu erhalten, brich als erstes mit den alten.
  • Die Welt wird schön an jenem Tag, da Mutter nicht mehr kommen mag.
  • Ein Mann kommt in die Jahre, wenn seine Schulden immer älter und seine Freundinnen immer jünger werden.
  • Eine Jungfrau … ist etwas sehr schönes, vorausgesetzt, sie bleibt es nicht.
  • Bernhardiner ist das letzte, was ich sein möchte. Dauernd die Flasche am Hals, und niemals trinken dürfen!
  • Kopf ist nicht alles. Auch der Kohl hat einen Kopf.

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Cand.-Ing.A.Röck schreibt
am 27. Januar 2013 um 15:36 Uhr

Bessere Auszüge liessen sich nicht finden? Na, dann – Land der angeblichen Dichter und Denker – gut` Nacht! 27.1.2013, A. Röck